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Porta Westfalica

Geschichte

Im Jahr 2008 wurden im Ortsteil Barkhausen ein römischer Mühlstein, eine Münze, ein Bleilot und Teile einer Gewandspange gefunden, die wohl auf das erste Jahrzehnt n. Chr. zu datieren sind. Darauf gründet sich die Vermutung, dass im heutigen Porta Westfalica das Sommerlager des Varus zu suchen ist, von dem aus er in die Schlacht zog[6]. Es ist auch möglich, dass Germanicus im Jahre 16 an der hier gelegenen Weserfurt die Schlacht am Weserübergang focht. Die bisherigen Funde lassen noch keine abschließende Beurteilung zu. Der lateinische Name der Stadt entstand aber erst später, so dass dies kein Indiz für eine römische Besiedlung sei kann. Der Name Porta Westfalica stammt aus dem 18. Jahrhundert, als die lateinische und französische Sprache bei den Adeligen in Mode war. Mit dem Namen Porta Westfalica („Westfälische Pforte“) wollte man das Durchbruchstal der Weser zwischen Weser- und Wiehengebirge bezeichnen. Als Bezeichnung für die heutige Stadt wurde Porta Westfalica erst 1973 gewählt. Die erste kontinuierliche Besiedlung erfolgte mutmaßlich erst in der sächsischen Zeit.
Die erste bekannte Ansiedlung an diesem Ort datiert man auf das Jahr 1096, als erstmals die Schalksburg urkundlich erwähnt wurde. Sie war damals im Besitz der Herren vom Berge, die bis 1397 die Vogteirechte im Hochstift Minden ausübten. Die Schalksburg entwickelte sich daher zu einem bedeutendem Verwaltungssitz der Region und war Jahrhunderte Sitz des Amtes Hausberge. Um diese herum entwickelte sich der heutige Stadtkern von Porta Westfalica. Erstmalig im Jahre 1353 wurden auch Burgleute bekundet, welche in der nunmehr „Haus zum Berge“ genannten Burg residierten. Die umgebende Siedlung wurde mit der Zeit nach der Burg „Hausberge“ genannt. Die Marktrechte wurden 1618, die Stadtrechte 1720 vergeben. Der Ort lag abseits der Hauptverkehrswege und entwickelte sich daher in der Folgezeit nur langsam. Auch als das Fürstbistum Minden 1648 an Brandenburg-Preußen fiel, blieb Hausberge Sitz des nun preußischen Amtes Hausberge mit den Vogteien Übernstieg, Berg und Bruch, Gohfeld und Landwehr (zzgl. Flecken Hausberge). Das Amt umfasste vollständig oder in Teilen die heutige Gebiete der Kommunen Porta Westfalica, Minden, Bad Oeynhausen, Löhne und Vlotho. Zwar verblasste die Bedeutung des Amtes nach Gründung Minden-Ravensbergs und der Einführung landrätlicher Bezirke zusehends, aber dennoch sollte das Amt Hausberge bis zum Ende des Fürstentums Minden bestand haben. 1806 fiel das Gebiet an das napoleonische Frankreich. Das Gebiet der heutigen Stadt Porta Westfalica wurde 1807 dem de facto französischen Vasallenstaat Königreich Westphalen eingegliedert. Es war zunächst Teil des Departements der Weser und dessen Distrikt Minden. Die Orte rechts der Weser wurden im Kanton Hausberge zusammengefasst. Nur Barkhausen links der Weser war Teil des Kantons Haddenhausen. 1810 fiel Barkhausen direkt an Frankreich. Barkhausen war fortan Teil der Bürgermeisterei Dützen im Kanton Minden (Departement der Oberen Ems). Der rechtsseitige Teil der heutigen Stadt Porta Westfalica verblieb aber größtenteils im Königreich Westphalen. Dieser Teil wurde in das Departement der Leine (Distrikt Rinteln) eingegliedert.
Ein größeres Wachstum von Hausberge setzte erst mit dem Bau der Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft im 19. Jahrhundert ein. 1864 wurde die erste Brücke über die Weser im heutigen Stadtgebiet, die Kettenbrücke zwischen Barkhausen und Hausberge, erbaut. 1896 wird das Wahrzeichen der Stadt, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal erbaut. Im Rahmen der Gebietsreform von 2. Oktober 1972 wurde am 1. Januar 1973 die Stadt Porta Westfalica mit dem Zusammenschluss von 15 Gemeinden gegründet und amtlich als solche benannt. Damit wurde ein Begriff, der sonst nur als Landschaft bekannt war, auf eine Stadt übertragen. Zum Sitz von Rat und Verwaltung wurde der alte Amtssitz Hausberge bestimmt, und Hausberge wurde zugleich Stadtkern, der im Zeitraum von 1978 bis 1988 als Stadtmitte städtebaulich entwickelt wurde.

Quelle: Wikipedia